Blog Aggregation – Log Aggregation: Logdateien von Mitarbeiterblogs zusammenführen und auswerten

Fakt 1: Nun, die Blogsospähre ist stetig am wachsen. Immer mehr Blogger bloggen über ihre Arbeit, ihren Arbeitgeber und ihrem Arbeitsgebiet. Mitarbeiter machen Marke. Mitarbeiterblogs werden zum Instrument für das Employer Branding.

Fakt 2: Kunden lesen IR-Informationen, Konkurrenz lesen PR-Artikel, Geschäftspartner lesen Testimonials. Die Zielgruppen lesen grundsätzlich das, was nicht für sie bestimmt ist. Sie lesen „fremd“.

Fakt 3: Als Marktforschung im Kleinen werden gerne die Zugriffe auf die Homepage ausgewertet. Wer war auf meine Seite? Wie lange? Was hat er gelesen. All diese Daten lasse sich aus den Logdateien ermitteln.

Folgerung: Die Zielgruppen recherchieren auch „fremd“. Bei ihrer Recherchearbeit stoßen sie notgedrungen auf Blogs. Häufig Mitarbeiterblogs.

Fallbeispiel: Zum Beispiel war ein (wahrscheinlich) Student, der bei der xxxxBank arbeitet (xxxxBank hat eine Standleitung und somit eine feste IP-Adresse) auf scill.de. Über Google und den Suchbegriffen „Diplomarbeit“ und „Web 2.0“ hat er ein paar Artikel auf scill.de gefunden. Einen Artikel hat er bei Del.icio.us/Mister Wong abgespeichert. Und schwubs habe ich seinen Namen. Über Mister Wong habe ich sein Rechercheverhalten analysiert. Es war kein Student. Es war ein potentieller Kunde.

Frage an Dich: Was meinst Du, was man rausbekommt, wenn man die Log-Dateien mehrerer Mitarbeiterblogs zusammenführt?

Weitere Artikel folgen…

Vorankündigung: Enterprise 2.0 – Web 2.0 im Unternehmen

Werbung in eigener Sache

Im ersten Quartal 2007 erscheint mein neues Buch Enterprise 2.0 – Web 2.0 im Unternehmen

Enterprise 2.0 - Web 2.0 im Unternehmen

Das Buch beleuchtet die Hintergründe des Hypes Web 2.0. Ursprünglich war Web 2.0 nur ein Name. Ein Name für eine Internet-Konferenz. Doch schnell erkannten Internet-Enthusiasten und die Medien die Wirksamkeit des Begriffes und schlachteten ihn bis heute aus. Obwohl die Bezeichnung aus meiner Sicht unglücklich gewählt ist, sollte man sich trotzdem mit Web 2.0 auseinander setzen. Warum greifen ausgerechnet jetzt uralte Ideen? Wiki? Gibt es seit 1996. Blog? Gibt es als Begriff seit 1995. Die Idee hinter Wiki und Blog gibt es seit Anbeginn des World Wide Webs. Siehe dazu auch meinen meistgelesensten Beitrag Web 2.0 Buzz Time bar oder den Wikipedia-Beitrag Kritik Web 2.0.

Lässt sich das emergente Phänomen der kollektiven Intelligenz und Kollaboration auf die Mitarbeiter übertragen? Kann man tatsächlich aus einer Belegschaft eine Web 2.0-Community machen?

Und was bringt das?

Das Buch beschäftigt sich mit solchen Fragen. Nicht alle Fragen lassen sich beantworten. Welche Fragen hast Du? Oder Antworten? Du kannst Beiträge in diesem oder in Deinem Blog kommentieren. Oder schreib einfach eine E-Mail an web20@scill.de.

Viel Spaß bei der Lektüre!

„Ist Wikipedia ein Blog?“ – Gegenüberstellung Blog, Wiki und Forum.

„Ist Wikipedia ein Blog?“ wurde mir neulich als Frage gestellt. Oder „Was ist den eigentlich der Unterschied zwischen einem Wiki und einem Blog?“. Vom unerfahrenen Internetlaien bis zum gestandenen ITlern – die Fragen wurden mir von den Leuten unabhängig ihres Wissensstandes und ihrer Internetaffinität gestellt.

Im 3. Kapitel meiner Diplomarbeit liste ich unterschiedliche Gattungen von Web-Applikationen auf: CMS, Wiki, Foren, Blogs, MashUps, und Webservices. Was ich nicht mache, ist eine knappe Gegenüberstellung. Das möchte ich für Blogs, Wikis und Foren gerne nachholen. Als Basis diente WordPress, MediaWiki und phpBB. Diese Gegenüberstellung ist bewusst knapp gehalten und unvollständig. Nichtsdestotrotz sind Kommentare erlaubt und erwünscht. Fragestellen natürlich auch.

Organisation der Beiträge

Blog: Umgekehrt chronologisch, Verschlagwortung (Tagging) und Kategorisierung. Beiträge sind über einen Kalender, einer Tagcloud oder über seine Kategorisierung zu finden.
Wiki: Beiträge müssen selbständig mit anderen Beiträgen verknüpft werden. Verschlagwortung (Tagging) und Kategorisierung möglich und empfohlen, weil Wiki-Beiträge sonst im Nirvana verschwinden und nur noch über Volltextsuche auffindbar sind.
Forum: Es gibt Kategorien und Unterkategorien. Es gibt initiale Beiträge innerhalb einer Kategorie/Unterkategorie, an denen die Benutzer weiter Beiträge knüpfen können. Es entstehen verkettete, baumartige Strukturen.

Charakteristik der Beiträge

Blog: Der Blogger schreibt einen Beitrag und ändert ihn in der Regel nicht mehr. Weitere Benutzer können diesen Beitrag kommentieren. Über Trackbacks können andere Blogger diesen Beitrag zitieren. (Bissi knapp 🙂 )
Wiki: Der Autor schreibt einen Beitrag. Dieser Beitrag wird von anderen Autoren überarbeitet und verlinkt. Ein Wiki ist organisch. Es wächst und ändert sich ständig. (Im Idealfall)
Forum: Der Blogger schreibt einen Beitrag und ändert ihn in der Regel nicht mehr. (Nicht immer möglich). Weitere Benutzer können diesen Beitrag kommentieren.

Benutzergruppen

Blog: Blogger und kommentierende Leserschaft
Wiki: Gleichberechtigte Autoren, Registrierung nötig
Forum: Häufig geschlossene Benutzergruppe, Admins, Moderatoren, gleichberechtigte Autoren

Einsatzgebiete

Blog: Fortschrittkontrolle in Projekten, Changemanagement, Personal Branding, Marketing Instrument
Wiki: Wissensmanagement, Dokumentation von Projekten, FAQ, Help Desk
Forum: Fragen und Antworten, Wissensmanagement, Diskussionsplattform

Gemeinsamkeiten

Alle leben von der Teilnahme der Leserschaft und der Qualität der initialen Beiträgen.

Und je kontrollierter, desto langweiliger.