Mit Blogs und Change-Management zu Change-Community

Die Idee Community im Sinn vom Web 2.0 auf die Belegeschaft übertragen

Der Einsatz von Blogs in der internen Unternehmenskommunikation kann konzeptionell vom Einsatz von Blogs in der Wissenskommunikation übernommen werden. Lediglich in der Zielsetzung der Kommunikation, der Zusammensetzung der Autorenschaft und der Verantwortungsverteilung gibt es Unterschiede. Die Verantwortung der internen Unternehmenskommunikation wird in der Regel einer festen Anzahl ausgesuchten Mitarbeitern übertragen.

Der Aufgabenbereich der internen Unternehmenskommunikation (IUK) hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Laut Schick beschränkt sich IUK nicht mehr ausschließlich auf Mitarbeiterinformationen, sondern erfuhr in den letzten Jahren eine Weiterentwicklung zum strategischen Führungsinstrument . Umstrukturierungen im Unternehmen oder Änderungen in den Geschäftsprozessen stellen die Unternehmen vor neue Herausforderungen. „In diesen Umbruchsituationen gewinnt IK [interne Kommunikation] aus der Sicht des Topmanagements an strategischer Bedeutung“ , behauptet Schick. Die möglichen Veränderungen in einem Unternehmen können sein:

  • Fusionierung
  • Kauf oder Verkauf von Unternehmen
  • Entwicklung globaler Strukturen
  • sprunghafter Personalabbau
  • strategische Neusausrichtung

Stehen Veränderungen im Unternehmen an, können Blogs die Mitarbeiter während des Veränderungsprozess begleiten. Bei entsprechender Kommunikationskultur erhalten die betroffen Mitarbeiter durch ein Blog die Möglichkeit ihre Gedanken, Sorgen und Vorschläge frei zu äußern. Die Veränderungsverantwortliche können schnell auf diese Beiträge und Kommentare reagieren und erheblich auf die Stimmung und Akzeptanz der Veränderung einwirken. Da ein Mitglied der Unternehmensleitung nur auf eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitern in Kontakt treten kann, können Blogs helfen die Entfremdung zwischen der Unternehmensleitung und Belegschaft zu minimieren. Nachdem die Belegschaft durch Benennung und Begründung der angestrebten Veränderung eingestimmt wurden, können durch regelmäßige Beiträgen in einem Blog die Mitarbeiter zu Diskussionen angeregt werden. Ergänzend dazu können in Großgruppen-Workshops Mitarbeiter als Einzelperson oder in kleinen Gruppen wichtige Fragestellungen des Unternehmens bearbeiten um hinsichtlich der Maßnahmen Vorschläge zu generieren.

Dabei entstehen größere und kleinere Gruppen die auf Basis der Selbstorganisation und Kollaboration jeweils eine Fragestellung bearbeiten und ihre Zwischenergebnisse in einem Blog veröffentlichen. Laut Doppler und Lauterburg werden durch diese Workshops betroffene Mitarbeiter in großen Gruppen aktiviert und beteiligt. Aufgrund der charakteristischen Wesensmerkmale eines Blogs wie kollaborativen Geist kann dessen Einsatz dazu beitragen eine offene, lebendige und partizipative Führungskultur zu entwickeln.

Die Idee der Community im Sinne von Web 2.0 wird somit auf die Belegschaft übertragen.


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