Überwachungsstaat war einmal.
Wir leben bereits in der Überwachungsindustrie.
Wenn sich beispielsweise ein Amazon-Kunde sich plötzlich für Schwangerschaftsbücher interessiert, dann bekommt der Kunde in seinem nächsten Amazon-Newsletter eventuell Spielsachenangebote zugeschickt. Das ist von den meisten Kunden so gewollt und die Angebote werden dankbar angenommen. Und Amazon macht auch kein Hehl daraus, es ist Dienst an den Kunden. Ist die Erstellung eines Konsumprofils eigentlich nur ein Synonym für Überwachung oder sind das zwei Paar Schuhe?
Bei Friendster, MyPlace, Orkut, OpenBC und weitere Selbstdarstellungsplattformen können weitere Profile erstellen. Es sind zum Teil Kinder die bereits ganz offen ihr komplettes Leben öffentlich machen. Was ist, wenn sie erwachsen sind? Und sich für ein Studienplatz oder Ausbildungsplatz bewerben. Muss das Unternehmen oder Privat-Uni sie überhaupt noch einladen, um sich ein realistisches Bild von einem Jugendlichen zu machen? Oder schaut das Unternehmen sich lieber die Sauforgien bei Flickr an? Welches Bild wirft das auf die Eltern. „I saw your daughter in flickr, nice tits.“
Oder andere Richtung: Bei OpenBC gibt es Leute mit über 500 Kontakte. „Mensch, ist das aber ein Netzwerker, der hat ja Connections“. Welchen Rückschluss erlaubt es auf diesen Networker. Noch schlimmer, welches Bild bekommt man von einer Frau in OpenBC, wenn die 500 Kontakte nur Männer sind?
All diese Informationen und Desinformation können zu einem Bewegungs, Karriere- und Konsumprofile zusammengetragen werden.
Was muss ich als gläserner Mensch oder gläserne Familie beachten, um zukünftig keinen Nachteile in meiner Privatsphäre und Karriere zu bekommen?